Dass die Schweden schon immer ein ganz besonderes Verhältnis zum Thema Sex hatten ist weithin bekannt. Und so ist es auch kein Wunder, dass auf Initiative des “Reichsverband für sexuelle Aufklärung” (RFSU) seit Juni 2008 Sexspielzeuge auch in den schwedischen Apotheken verkauft werden. Bereits seit 1933, also lange bevor die sexuelle Revolution im Zuge der 68er Bewegung die westliche Welt erreichte, wurde die RSFU als gemeinnütziger Verein gegründet. Die Schweden verdanken ihm unter anderem ihre sehr liberale Abtreibungs-Gesetzgebung.
Dass die angebotenen Erotik Toys ausschließlich der Lustgewinnung der weiblichen Kundschaft dienen, mag hierbei als weiterer Sieg der Emanzipation gefeiert werden. So verkaufen die Apotheken zwar Dildos und Vibratoren, Gummipuppen und Vagina Imitationen hingegen sind im Sortiment der Pharmazeutiker nicht enthalten. Zwei Schweden die hierin eine Benachteiligung des männlichen Geschlechts sahen, klagten daraufhin vor dem Ombudsmann – jedoch ohne Erfolg. Da das neue Angebot von den Schwedinnen offenbar sehr gut angenommen wird, der Verkauf lag im ersten Quartal 50% über den Erwartungen, wird es bei unseren nördlichen Nachbarn wohl auch weiterhin heißen: „Einmal Hustensaft, ein Päckchen Aspirin und einen Vibrator, den Dunkelblauen, bitte.“ Alter Schwede.
