Es muss nicht immer der Swingerclub, die Gangbang-Partys, Bondage- & andere SM-Spielchen oder Sex an außergewöhnlichen Orten oder am Bungee-Seil sein. Es geht auch ganz anders. Back to the Roots. Man trifft sich neuerdings zum kollektiven Knuddeln auf Kuschelpartys.
Die erste kleine Kuschelparty fand 2004 in New York statt. Der Sexualtherapeuten Reid Mihalko hatte das Ziel, neuen Schwung in die bereits existierenden Beziehungen seiner Klienten zu bringen. In seinem New Yorker Appartement lagen sich seine die Gäste unter therapeutischer Aufsicht in den Armen und wussten nicht, daß sie damit einen neuen Trend in’s Leben gerufen hatten. Reid Mihalko und seine Partnerin Marcia Baczynski arbeiten heute als Ausbilder von Kuscheltrainern aus den gesamten USA. Die erste Kuschelparty in Deutschland fand 2005 in Berlin statt.
Die meisten Singles vermissen nicht so sehr den Sex. Sie sehnen sich nicht nach Lust und hemmungsloser Leidenschaft sondern nach körperliche Nähe. Sie sehnen sich danach einfach einmal in den Arm genommen und von jemanden gehalten zu werden.
Bei den Kuschelpartys herrschen strenge Regeln und die Kuscheltrainer achten u.a. darauf, das diese eingehalten werden. Wer grabscht, fliegt raus. Streicheln, Umarmen, Küssen und Kraulen sind erlaubt, wenn der andere eindeutig zugestimmt hat. Jedes noch so kleinste Zögern ist ein Nein. Berührungen der Brust bei der Frau, den Schoß oder dem Po sind tabu und jede kleinste Entgleisung wird sanktioniert. Auch wenn die Erotik in der Luft zu knistern beginnt greift der Kuscheltrainer regulierend ein.
Wer also glaubt, auf einer Kuschelparty seinen nächsten Seitensprung kennen zu lernen, liegt leider falsch. Kuschelpartys bieten den Teilnehmern ein bis zwei Stunden Sicherheit, Geborgenheit und das Gefühl, als Person angenommen zu werden.
